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16.03.2013 Flughafenübung Quebec 2013
Hintergrund:
Gemäß der Richlinien der Internatinalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO ist jeder Verkehrsflughafen verpflichtet, im Zweijahresrythmus eine Notfallübung durchzuführen. Ziel der Übung ist es, die Zusammenarbeit zwischen den an einem Ereignis beteiligten Behörden und Stellen zu überprüfen und zu verbessern.

Die Einsatzkräfte sahen sich am Samstagvormittag mit dem folgenden Übungsszenario konfrontiert:
Ein Flugzeug der DüsselAir (BAe 146-100) kommt während des Startvorganges von der Startbahn ab und stürzt in geringer Höhe ab. Durch den Aufprall auf einer Halle kommt es zur Gebäudebeschädigung und zu vereinzelten Bränden. Nach erster Erkundung gibt es Tote und Schwerverletzte sowie einige leichverletzte und unverletzte Passagiere. In der Maschine befanden sich zum Unfallzeitpunkt 70 Passagiere und die Crewmitglieder. In der Halle eine unbekannte Anzahl  an Mitarbeitern.

Die Flughafenübung Quebec 2013 verlief aus Sicht der Organisatoren erfolgreich. Rund 300 Mitwirkende waren am Samstag gefordert und erprobten den Notfallplan am Flughafen Düsseldorf International. Unter annähernd realistischen Bedingungen übten die unterschiedlichen Organisationen und Rettungskräfte die Zusammenarbeit und die Kommunikation. Unter den Flugzeuginsassen gab es auch Tote und viele Verletzte. Unklar war die Zahl der betroffenen Mitarbeiter, die sich in der Halle zum Unfallzeitpunkt aufgehalten hatten. Erschwerend kam hinzu, dass einige Familienangehörige und Freunde der Passagiere das Unglück von der Besucherterrasse aus mitverfolgt hatten – belastend für alle Beteiligten.

Die Werkfeuerwehr des Airports hatte die Menschenrettung mit Brandbekämpfung auf der Agenda stehen. Die städtische Berufsfeuerwehr unterstütze die Flughafenwehr mit 50 Einsatzkräften und übernahm die Sichtung und Versorgung der Verletzten. Der Massenanfall von Verletzten – kurz „MANV“, war zuvor ausgerufen worden: Die Löschzüge der Wachen Flughafenstraße und Münsterstraße sowie Rettungsdienstfahrzeuge fuhren deshalb in den Sicherheitsbereich des Flughafengeländes. Nach erfolgter Rettung aus dem verunfallten Passagierflieger wurden die Verletzten anschließend zur Patientenablage transportiert. Die Rettungsassistenten der Berufsfeuerwehr sichteten die Betroffenen.

Die Verletztenmimen vom Jugendrotkreuz waren täuschend echt geschminkt, um so realistisch wie möglich zu üben. Nach einer Erstversorgung wurden diese zu einem Krankenhaus transportiert, das in einem Flughafengebäude nachgestellt wurde. Die Angehörigen/Besucher wurden von Mimen der Folkwang Hochschule Essen gestellt, die durch realistische menschliche Reaktionen die Rettungskräfte, die durch realistische menschliche Reaktionen die Rettungskräfte, Seelsorger sowie das Care-Team (Betreuungseinheit des Flughafens) herausforderten. Der Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr war mit der erbrachten Leistung der Feuerwehr Düsseldorf zu frieden. „Wir haben unsere Übungsziele erreicht, die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten vom Flughafen war sehr konstruktiv und effizient.“ In einer Nachbesprechung arbeiteten die Teilnehmer und Beobachter die erreichten Ziele auf: Die Übung verlief reibungslos und zielführend. Der Flughafen analysiert in den nächsten Tagen das Gesamtergebnis, um den Alarm- und Gefahrenabwehrplan weiter zu optimieren, der bereits eine hohen Standard hat.
   
   
Fotogalerien
           
Werkfeuerwehr Menschenrettung BF FRW 3 BF FRW 5 Verschiedenes Übungsende
    Patientenablage Abschnitt Halle    
           

© Jürgen Truckenmüller, Düsseldorf - letzte Änderung: 06.07.2014